Das BmB-Archiv - Baukonstruktionen 1875-1975

Gebäude weiterzunutzen, statt sie abzureißen, ist das Gebot der Stunde. Doch qualifizierte Sanierungsmaßnahmen brauchen Planungssicherheit und einen sicheren Umgang mit dem Gebäudebestand.

Das BmB-Archiv - Baukonstruktionen 1875-1975

Um Sie bei Ihrem nächsten Umbauprojekt zu unterstützen, hat die Bergische Universität Wuppertal das BmB-Archiv zusammengestellt und auf DETAIL Inspiration veröffentlicht. Die Datenbank macht das gesamte Konstruktionswissen der Epochen 1875 bis 1975 erstmals digital zugänglich - einschließlich komfortabler Such- und Filterfunktionen. Eine unverzichtbare Recherchequelle für Architekt:innen und Studierende!

Seit 2019 hat das Team des Lehrstuhls Bauen mit Bestand und Baukonstruktion der Universität Wuppertal rund 35 Konstruktionshandbücher gesichtet und daraus 1600 Artikel mit rund 3400 Zeichnungen extrahiert. Auf Basis dieses Wissens lassen sich Bestandskonstruktionen schon vor einer Öffnung der Bauteile sehr gut einschätzen. Hochschulen können die Inhalte aus der Datenbank in Vorlesungen und Übungen nutzen und so zu einem besseren Verständnis historischer Baukonstruktionen beitragen.

Wie aus DETAIL Inspiration gewohnt, lassen sich die Beiträge über eine Freitextsuche auffinden oder alternativ über folgende Filter:

Nach Epoche:

  • Gründerzeit (1877-1914)
  • Zwischenkriegszeit (1918-1939)
  • Nachkriegszeit (1945-1955)
  • Wohlstandsbauten (1955-1975)

Nach Einbauort: 

  • Dach, Traufe, Attika
  • Erd- + Obergeschosse
  • Keller + Sockel

Nach Bauteilen:

  • Gründung
  • Kellerwand und Sockel
  • Wand
  • Fenster
  • Deckenkonstruktionen
  • Ausbau
  • Dachstuhl
  • Steildach
  • Flachdach
  • Treppen

Nach Thema:

  • Bauphysik
  • Materialien, Gewichte, Maße

Probieren Sie es aus! Hier geht es direkt zu den historischen Baukonstruktionen aus dem BmB Archiv.

  • Schallschutz im Hochbau

    <p>2.4.1.3.4. Schwimmende Estriche</p>rn<p>Schwimmende Estriche verbessern die Luft- und Trittschalldämmung einer Decke. Die Dämmwirkung wird in erster Linie durch ausreichend weich federnde Dämmstoffe mit kleiner dynamischer Steifigkeit s' erreicht (siehe Abschnitt 2.2.3.2), wobei die notwendige Verbesserung von der Art der Decke abhängt (siehe Blatt 3, Tabelle 1 und 2).</p>rn<p>Der Estrich soll in erster Linie nach bautechnischen Gesichtspunkten ausgebildet werden (siehe Blatt 4). An Wänden und anderen Bauteilen (z. B. Türzargen, Rohrleitungen) muß ein besonderer Dämmstreifen angeordnet werden, um einen Übergang des als Körperschall weitergeleiteten Trittschalls aus dem Estrich in die angrenzenden Bauteile zu verhindern (siehe Bild 7). Bei Stahl-Türzargen sind die unteren waagerechten Verbindungen mit Dämmstoffen zu umhüllen. Schwimmende Estriche sollen zwischen den einzelnen Räumen durch Dämmstreifen getrennt werden.</p>rn<p>2.4.1.3.5. Schwimmende Estriche in Feuchträumen</p>rn<p>In Feuchträumen, z. B. in Bädern, ist durch geeignete Maßnahmen, z. B. durch Einschaltung dauerplastischer Zwischenlagen nach Bild 8, zu verhindern, daß die Massivfußböden am Wandanschluß Trittschall auf die Wände übertragen. Dies gilt auch für die Anschlüsse des Fußbodens an Rohrdurchführungen.</p>rn<p>Bild 8 zeigt ein Beispiel mit einem Massivfußboden aus Bodenfliesen mit und ohne Kehlsockel. Wenn Feuchtigkeitssperrungen auszuführen sind, müssen die Abdeckungen der Dämmschichten als Dichtung gegen Oberflächenwasser (z. B. 2Iagig geklebt) ausgebildet werden. Die Dämmschichten müssen dann aus wenig zusammendrückbaren Platten (z. B. 10 mm dick aus Korkschrot, mineralischen Faserdämmstoffen oder harten Schaumkunststoffen) bestehen, auf die unmittelbar geklebt werden kann.</p>rn<p>In übereinanderliegenden Arbeitsküchen, Bädern und Aborten reichen etwas steifere Dämmschichten unter den Estrichen aus, da der geforderte Schallschutz nicht in lotrechter, sondern nur in waagerechter oder schräger Richtung zum nächstliegenden fremden Wohnraum hin gewährleistet sein muß (siehe Blatt 2, Tabelle 1, Fußnote 4).&nbsp;<br />_______________________________________________________________________<br />6) Siehe Abschnitt 2.1.2.1, Tabelle 1, Fall b. In die dort aufgeführte Zahlenwertgleichung ist f0 = 85 Hz (&lt; 100 Hz) eingesetzt worden.</p>rn<p><br />2.4.2. Holzbalkendecken</p>rn<p>Der Luft- und Trittschall wird bei Holzbalkendecken in erster Linie über die Balken übertragen, wenn Holzfußboden und Unterdecke unmittelbar an den Balken befestigt sind (siehe Bild 9). Querschnitt und Steifigkeit der Balken sind deshalb für den Schallschutz einer Holzbalkendecke bestimmend.</p>rn<p>Da bei Ausführung nach Bild 9 - selbst bei verhältnismäßig großen Balkenquerschnitten - ein ausreichender Schallschutz nicht mit Sicherheit erreicht wird, sollten Balken und Fußboden (siehe Blatt 3, Bild 3 bis 5) oder Balken und Unterdecke (siehe Blatt 3, Bild 6) voneinander getrennt werden.</p>rn<p>Werden sowohl der Fußboden als auch die Unterdecke von den Balken getrennt, lassen sich auch die für einen erhöhten Schallschutz nach Blatt 2, Tabelle 1, vorgeschlagenen Werte LSM &nbsp;+ 3 dB, TSM &nbsp;+ 10 dB) erreichen (siehe Blatt 3, Abschnitt 2.2).</p>rn<p>Zwischenräume zwischen Balken und Wand oder anderen Bauteilen, z. B. Massivdecken oder Stahlträgern, müssen gegen den Durchgang von Luftschall abgedichtet werden. Der zwischen Balken und Wand oft vorhandene Zwischen raum von 40 bis 60 mm ist in Höhe der Balkenunterkante durch eine Latte oder vorkragende Steinschicht abzuschließen und mit dem Deckenfüllstoff auszufüllen.</p>