Dachdeckung Flachdach

Das Holzcementdach ist von Samuel Häusler in Hirschberg in Schlesien 1839 erfunden. Es besteht im Wesentlichen aus einer ungetheilten, undurchlässigen Dachhaut, die unterhalb durch Isolirung gegen die Bewegungen ihrer Unterstützung, von oben aber durch eine Sanddecke vor den Witterungseinflüssen bewahrt ist. Holzcement ist ein aus Pech, Theer, Schwefel gemischtes Klebemittel, das seinen Namen wohl der Verwendung des Erfinders zum Dichten von Fässern verdankt, aber mit dem als Mörtel verwendeten Cemente nichts zu thun hat. Dachneigung etwa 1:25 des Gebäudes, wobei die Ausführung gewöhnlich der Einfachheit wegen als Pultdach geschieht. Ein eigentlicher Dachraum fällt fort; die Räume unter dem Dache können durch Auf- oder Unterlaschen der Sparren leicht eine wagerechte Decke erhalten. Die Sparren sind fast in Balkenstärke zu halten und wie die Balken zu verlegen. Ueber die Balken weg eine Schalung von gespundeten Brettern, 3 cm stark und nicht über 15 cm breit, stets gut trocken und rein. Diese Schalung ist bis 8 mm hoch mit trockenem Sande zu übersieben, welcher die über ihm einheitlich herzustellende Dachhaut von einem etwaigen Werfen der Bretter isoliren und die Unebenheiten der Schalung ausgleichen soll. Die Dachhaut, aus vier Lagen etwa 1,50 m breiten starken Rollenpapiers und vier Lagen Holzcements in Abwechselung bestehend, wird so hergestellt, daß die vom Firste (bei Satteldächern von Traufe zu Traufe über den First weg) abzurollenden Papierstreifen sich um 10 cm überdecken und im Verbande stehen.rn(…)rnAbb. 67. Dachdeckung. Das Holzcementdach. Schnitt durch First, Giebel und Traufe; man sieht den Sparren, die gespundete Schalung mit verdeckter Nagelung, die Sandisolirung, die vier durch den Holzcement zu einem ungetheilten Ueberzuge vereinigten Papierlagen mit den Zinkborden zwischen der zweiten und dritten Lage, die Sand- und Kiesdecke, die Zinkkappe mit dem Mauerhaken zur Dichtung der Borden am Giebel und First, den dickeren Kies vor dem Abflußloche der Traufborde und deren Vereinigung mit der Rinne.