Parfümerie in Paris

Starke Formkontraste sind ein wirksames, aber auch riskantes Gestaltungsmittel in der Architektur. Man muss sie beherrschen, sonst droht ästhetischer Schiffbruch. Die Bauten von Jakob + MacFarlane jedenfalls beziehen ihren Reiz gerade aus der spannungsvollen Durchdringung streng rechtwinkliger und organischer Formen. Die Pariser Architekten versehen die tiefen, kubischen Baukörper von Bürogebäuden mit elliptischen Einkerbungen wie einen Schweizer Käse oder entwerfen organische Volumina, die anmuten wie herausgeschnitten aus einem dreidimensionalen Raumgitter. So können ganze Gebäude entstehen wie 2008 bei einem sozialen Wohnungsbau in Paris, aber auch Regalsysteme wie bei dem jüngsten Umbauprojekt der Architekten im Pariser Marais-Quartier. Ihr Auftraggeber Frédéric Malle bezeichnet sich als »Herausgeber« von Düften bekannter Designer und lässt jedes Geschäft von einem anderen Architekten oder Innenarchitekten gestalten. Ein Alleinstellungsmerkmal der Parfümerien sind begehbare Duftsäulen mit integrierten Zerstäubern für die Parfümprobe vor dem Kauf. Ähnlich wie in einer Umkleidekabine können die Kunden darin mit dem Produkt ihrer Wahl ganz für sich sein. In einigen Fällen stehen diese Säulen in Form raumhoher Glaszylinder frei in den Geschäften.