Als im Herbst 2015 die Ankunft hunderttausender geflüchteter Menschen Politiker, Verwaltung und Planer überraschte, galten zunächst Containerbauten als Mittel der Wahl für deren zügige Unterbringung. Angesichts der sprunghaften Nachfrage explodierten jedoch die Preise schnell und Erfahrungen mit teilweise unseriösen Anbietern zeigten, dass die Stapelung einfacher Container problematisch im Bezug auf Statik und Brandschutz sein kann, ganz zu schweigen von ihrer Akzeptanz bei den Nachbarn. Andererseits lenkte die Flüchtlingskrise das Interesse generell auf serielle Bauweisen, deren rasanter Boom trotz Abflauen der Zuwanderung seither anhält - für Studentenwohnheime, kostengünstigen Wohnungsbau, aber auch für Schulen, Kindergärten, Bürobauten bis hin zu Krankenhäusern. Doch wie lässt sich ein einfacher Systemcontainer von einem hochwertigen Stahlskelettbau aus Raummodulen unterscheiden? Welche Vor- und Nachteile bietet die Holz-Elementbauweise gegenüber vorgefertigten Raummodulen mit vorinstallierter Sanitärzelle? Sind Module als Skelettkonstruktion flexibler als Module mit Wänden aus Brettschichtholz? Und ist Massivbau wirklich immer mit einer längeren Bauzeit und höheren Kosten verbunden? Anhand aktueller Wohnbauten für Geflüchtete lässt sich das Potenzial des seriellen Bauens aufzeigen - für temporäre reversible Lösungen, aber auch für eine langfristige Standzeit mit möglichen Nachnutzungen oder auch als Quartier, das sozial, infrastrukturell und architektonisch in den Kontext integriert ist.