Das Naturschutzgebiet De Biesbosch (Binsenwald) im Süden der Niederlande wurde bereits in den 1990er-Jahren zum Nationalpark erklärt und verfügt seitdem über ein kleines Besucherzentrum mit elf Museums-pavillons. Als Teil eines nationalen Programms zum Hochwasserschutz, das 4450 ha Polderfläche umfasst, sollte auch das Museum modernisiert und erweitert werden. Die Architekten von Studio Marco Vermeulen entschieden sich für die Erhaltung der Pavillons und erweiterten das Museum um einen Flügel mit Restaurant und temporären Ausstellungen, der sich mit großzügiger Glasfassade zum Park hin öffnet. Sie sanierten die Altbauten jedoch nicht nur, sondern überzogen den gesamten Komplex mit Vegetation und machten ihn so zum Teil der umgebenden Landschaft. Auf den Dächern der elf Hügel entstanden Wasserläufe und ein Pfad, der zu einer Aussichtsplattform führt. Fassaden, Böden und Dachstruktur des Bestands blieben großteils erhalten, nur einige der Dächer wurden um eine zweite Ebene mit Gauben für die Museumsverwaltung ergänzt; die Fassaden verschwinden hinter Erdwällen und ein Bio-masseofen mit Fußbodenheizung sorgt für eine optimale Raumtemperatur. Alt und Neu verbinden sich zu einem fließendem Raumkontinuum, das sich über die Terrasse des Restaurants bis in den Park erstreckt.