Jugend- und Nachbarschaftszentrum in Amsterdam

Der Stadtteil Osdorp entspricht so gar nicht den gängigen Klischees von Amsterdam - nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, prägen ihn großmaßstäblicher sozialer Wohnungsbau und autogerechte Erschließung. Seit den 1990er-Jahren ist Osdorp Teil eines Stadterneuerungsprojekts: Die städtebau- lichen Sünden dieser Zeit sollen beseitigt, Qualitäten wie die üppig bewachsenen Streifenparks erhalten werden. In einer dieser Grünzonen entstand auf Basis eines Wettbewerbs das kleine Jugend- und Nachbarschaftszentrum »De Hood«. Vorsichtig in den Baumbestand eingefügt mit genügend Abstand zur Blockrandbebauung zeigt sich ein in Form und Material klar gestalteter Kubus. Das Raumkonzept erklärt sich von selbst: Ein vollständig verglastes Erdgeschoss öffnet sich seiner Umgebung, der Park wird Teil des Innenraums und erweitert ihn optisch nach außen. Als »öffentliches Wohnzimmer« von der Nachbarschaft genutzt, sind die Aktivitäten weithin sichtbar und schaffen Anreiz zur Interaktion im öffentlichen Raum. Im Gegensatz dazu ist der multifunktionale Saal im Obergeschoss allseitig geschlossen und jegliche Blickbeziehung nach außen unterbunden, sodass eine Konzentration auf die Handlungen im Inneren stattfindet. Das Tageslicht, das durch zwei Oberlichter fällt, wird durch die neutralen, weißen Oberflächen reflektiert und lässt den Saal überraschend hell erscheinen.