Das Centre d’Interprétation du Canal de Bourgogne ist Teil eines Kulturprojekts über die Geschichte dieser Wasserstraße im Herzen Frankreichs. Beide Hauptgebäude, der kubische Museumspavillon (s. Detail 7/8 2007) und das tonnenförmige Schutzdach für ein historisches Kanalboot wurden von Shigeru Ban entworfen. Dieses 30 m lange und 11 m breite Bootshaus zeichnet sich durch ein Tragwerk aus Pappröhren aus, ein Material, das seit Jahren einen experimentellen Schwerpunkt im Schaffen des japanischen Architekten bildet. Als Verbindungselement verwendet Ban hier erstmals druckgegossene Aluminiumknoten. Sie werden mit den Röhren über passgenaue Massivholzdübel verbunden und mit Schrauben gesichert. Obwohl die Leistungsfähigkeit der Pappkonstruktion dadurch verbessert wurde, sind weitere Bauteile aus Metall erforderlich: An beiden Enden der Halle dienen zusätzliche Fachwerkbögen zur Queraussteifung, als Windverband ersetzen an wenigen Stellen Aluminiumrohre die Pappröhren innerhalb der Tonnenstruktur und bilden sich überkreuzende Diagonalbögen. Auch am Anschluss ans Erdreich sind die Pappstreben zum Schutz vor Feuchtigkeit durch Aluminium ersetzt. Die Dachdeckung aus transparenten Polycarbonat-Trapezplatten ist fast unsichtbar und lässt das Tragwerk optisch voll zur Geltung kommen.
