Leibniz-Rechenzentrum in Garching

Für die Rechenzentren großer Firmen und Institute sind aufwändige, hermetisch abgeschirmte Räume erforderlich, die meist von außen unsichtbar im Untergeschoss angeordnet werden. Beim Leibniz-Rechenzentrum in Garching entwickelten die Architekten dagegen eine neue Typologie, für die es bisher keine Vorbilder gab. Das Gebäude ist in drei Abschnitte unterteilt: einen Unterrichtstrakt, ein Institutsgebäude und den Kubus für die Rechner. Wie eine Scheibe schieben sich die Hörsäle am Institutsgebäude vorbei und bilden einen Vorplatz am Haupteingang. Von diesen öffentlichen Bereichen ausgehend werden die Nutzungen entlang der nach Norden orientierten Büros diskreter bis hin zur Brücke, die im 3. Obergeschoss in das Rechnergebäude führt. Dieser massive, rundum geschlossene Kubus mit einer Kantenlänge von 35 m und 27,50 m Höhe ist nur zu Wartungszwecken für Fachpersonal zugänglich. Hier befinden sich der Höchstleistungsrechner, einer der leistungsfähigsten und vielseitigsten Europas, ein Geschoss für konventionelle Server und die Datenarchive der Münchner Hochschulen. Die Massivität der Hülle löst sich nach außen hin auf. Ein transluzentes Edelstahlgewebe sorgt als zweite Fassade für Blitzschutz, elektromagnetische Abschirmung und ein sich je nach Lichtstimmung wandelndes Erscheinungsbild.

Leibniz-Rechenzentrum in Garching